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Testamentsvollstreckung nach spanischem Erbrecht

Spanien

Der Beitrag gibt eine Einführung über das gemeine Recht der Testamentsvollstreckung und zeigt Unterschiede zum deutschen Recht auf. Zu den Foralrechten stellen wir die Rechtslage gesondert dar.

Der deutsche Testamentsvollstrecker ist in der Funktion vergleichbar mit dem spanischen albacea gemäß Art. 892 CC. Dieser hat nach Art. 901 CC alle Befugnisse, die ihm der Erblasser ausdrücklich übertragen hat, sofern diese nicht gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen. Hat der Erblasser keine besonderen Bestimmungen getroffen, so hat er nach Art. 902 CC die Befugnis zur Totensorge, Erfüllung von Vermächtnissen in Absprache mit den Erben, Überwachung der Anordnungen des Erblassers und Sicherung des Nachlasses in Absprache mit den Erben. Ist im Nachlass nicht genug Geld für die Zahlung der Kosten der Trauerfeier und der Vermächtnisse vorhanden, und steuern die Erben nicht aus eigenem Vermögen den erforderlichen Betrag bei, so kann der Testamentsvollstrecker nach Art. 903 CC bewegliche Nachlassgegenstände verkaufen. Reicht der Verkauf der beweglichen Nachlassgegenstände nicht aus, kann der Erblasser in Absprache mit den Erben auch unbewegliche Nachlassgegenstände verkaufen. Zur Teilung des Nachlasses ist er nur bei besonderer Berufung zuständig (sog. conlador-partidor gemäß Art. 1057 CC). Somit sind die Befugnisse des spanischen Testamentsvollstreckers im gesetzlichen Regelfall weniger weitreichend als die des deutschen Testamentsvollstreckers. Insbesondere kann der deutsche Testamentsvollstrecker anders als der spanische Testamentsvollstrecker nach § 2205 Satz 1 BGB über Nachlassgegenstände, welche der Testamentsvollstreckung unterliegen, gegen Entgelt zu verfügen, sofern sich nicht aus den Umständen etwas anderes ergibt. Außerdem ist der Testamentsvollstrecker nach § 2212 BGB ausschließlich befugt, der Testamentsvollstreckung unterliegende Ansprüche gerichtlich geltend zu machen.


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Letzte Änderung: 27.03.2012




Autor: José Martinez Salinas