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Gesetzliche Erbfolge – Österreich

Östereich

Die „gesetzlichen Erbfolge“ ist in (§§ 727 ff. ABGB Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) geregelt.

 

Allgemeines

Die gesetzliche Erbfolge gemäß § 727 AGBG  tritt ein, wenn:

  • es kein Testament bzw. keinen Erbvertrag gibt
  • das Testament bzw. der Erbvertrag ungültig ist
  • das Testament bzw. der Erbvertrag nicht das gesamte vererbbare Vermögen der Verstorbenen/des Verstorbenen betrifft
  • die Erben nicht zur Erbschaft gelangen, weil sie z.B. auf die Erbschaft verzichtet haben oder bereits vor der Verstorbenen/dem Verstorbenen gestorben sind.

Gesetzliche Erben sind

  • der Ehegatte und
  • diejenigen Personen, die mit dem Erblasser in nächster Linie verwandt sind, § 727 AGBG.

 

2. Erbrecht der Verwandten

Erbberechtigt sind Verwandte aus ehelicher und unehelicher Abstammung. Ein durch Anerkenntnis oder Feststellungsurteil begründetes Abstammungsverhältnis bleibt solange bestehen, als es nicht auf dem gesetzlich vorgesehenen Weg beseitigt wird.

Geerbt wird gemäß § 731 AGBG nach 4 Linien (auch „Parentelen“ genannt), wobei das Vorhandensein von Personen einer vorgehenden Parentel die Erben einer nachfolgenden Parentel von der Erbfolge ausschließen.

Zur 1. Linie gehören diejenigen, welche sich unter dem Erblasser, als ihrem Stamme, vereinigen, nämlich: seine Kinder und ihre Nachkömmlinge. Wenn alle Kinder noch leben, wird die Erbschaft unter ihnen nach Köpfen geteilt, § 732 AGBGB. Ist ein Kind des Erblassers vor ihm gestorben, und sind von demselben Ein oder mehrere Enkel vorhanden. so fällt der Antheil, dem Enkel bzw. den Enkeln gleichen Theilen zu, 733 AGBGB. Ist von diesen Enkeln ebenfalls Einer gestorben und hat Urenkel nachgelassen; so wird auf die nähmliche Art der Antheil des verstorbenen Enkels unter die Urenkel gleich getheilt. Sind von einem Erblasser noch entferntere Nachkömmlinge vorhanden; so wird die Theilung verhältnißmäßig nach der eben gegebenen Vorschrift vorgenommen.

Ist niemand vorhanden, der von dem Erblasser selbst abstammt, so fällt die Erbschaft den Erben der 2. Linie zu. Dies sind die Eltern  und ihre Nachkömmlinge. Leben noch beide Eltern, so erben sie zu gleichen Teilen. Ist ein Elternteil vorverstorben, so treten dessen Kinder oder Nachkömmlinge in sein Recht ein.

Zur 3. Linie gehören die Großeltern samt den Geschwistern der Eltern und ihren Nachkömmlingen.

Von der 4. Linie sind nur des Erblassers erste Urgroßeltern zur Erbfolge berufen.

 

Erbrecht des Ehegatten und eingetragenen Partners

Das Erbrecht des Ehegatten setzt das Bestehen einer wirksamen Ehe voraus. Ist die Ehe im Zeitpunkt des Todes des Erblassers rechtskräftig geschieden, hat der frühere Ehegatte kein Erbrecht. Der eingetragene Partner ist dem Ehepartner erbrechtlich gleichgestellt (§ 537a ABGB).

Der Ehegatte des Erblassers ist

  • neben Kindern des Erblassers und deren Nachkommen zu einem Drittel des Nachlasses,
  • neben Eltern und Geschwistern des Erblassers und
  • neben Großeltern zu zwei Dritteln am Nachlass berechtigt.

Sind neben Großeltern Nachkommen verstorbener Großeltern vorhanden, so erhält überdies der Ehegatte von dem restlichen Drittel des Nachlasses den Teil, der den Nachkommen der verstorbenen Großeltern zufallen würde. Gleiches gilt für jene Erbteile, die den Nachkommen verstorbener Geschwister zufallen würden. In den übrigen Fällen erhält der Ehegatte den ganzen Nachlass (§ 757 Abs. 1 ABGB).

 

Vorausvermächtnis für den Ehegatten

Zusätzlich erhält der Ehegatte  als gesetzliches Vorausvermächtnis das Recht, in der Ehewohnung weiter zu wohnen, und die zum ehelichen Haushalt gehörenden beweglichen Sachen, soweit sie zu dessen Fortführung entsprechend den bisherigen Lebensverhältnissen erforderlich sind. (§ 758 ABGB).

 

Heimfall an den Staat

Ist ein Nachlass erblos, fällt die Verlassenschaft der Republik Österreich zu, 760 AGBGB.


Autor: 

Letzte Änderung: 25.11.2016




Autor: Jan-Hendrik Frank